Der Recyclingprozess

Das Recycling von quecksilberhaltigen Lampen geschieht über die so genannte „Glasbruchwaschanlage“, in denen alle möglichen Arten von Leuchtstofflampen in ihre Einzelbestandteile getrennt und diese dann wiederum verwertet werden.
In einem ersten Schritt werden die Lampen bei diesem Verfahren von Hand aus den Sammelbehältern über eine Sortierfläche in den Einwurfschacht gegeben, wobei Störstoffe wie Pappe, Draht oder andere Gegenstände entfernt werden. Sonderformen wie Energiesparlampen etc. können dabei zunächst aussortiert und dann gesondert in derselben Anlage verarbeitet werden.
In einem so genannten „Brecher“ erfolgt die weitere Behandlung: bei einer relativ geringen Drehzahl werden dabei die Lampen auf eine durchschnittliche Korngröße von ca. 25 mm zerkleinert. Nach diesem Vorgang können später die Bestandteile Kolbenglas und metallene Kappen an den Röhren-Enden einfacher voneinander getrennt werden. Die Anlage ist gasdicht abgeschlossen. Geringe Mengen an flüchtigem Quecksilber werden über eine Absauganlage durch einen Aktivkohlefilter geführt.
Mittels einer magnetischen Trommel können die Endkappen zu 80 Prozent von den anderen Materialien abgetrennt werden. Die restlichen 20 Prozent der Kappen, die sich aus nicht magnetischen Nicht-Eisen-Metallen zusammensetzen, werden anschließend mit Hilfe eines Altmetallabscheiders ausgetragen. Das Glas kommt in ein so genanntes „Vibrobecken“: Dieses Metallbecken ist schneckenförmig gewendelt und mit Kunststoff beschichtet. Es wird in Vibration versetzt, wodurch sich die Glasscherben von den Leuchtstoff-Bestandteilen abtrennen lassen. Schließlich wird das Glas mit Wasser klargespült.
Das Spülwasser wird in ein Sedimentationsbecken geführt, in dem sich über 90 Prozent des enthaltenen Leuchtstoffpulvers und Feinglas absetzen. Im Leuchtstoffpulver befindet sich in kondensierter Form auch der Grossteil des in den Lampen eingesetzten Quecksilbers.
Um das Metall zurückzugewinnen, wird das aufbereitete Leuchtstoffpulver gemeinsam mit anderen quecksilberhaltigen Reststoffen wie Aktivkohlen, Katalysatoren, Böden oder Batterien einer so genannten „Drehrohrdestillation“ unterzogen. Dabei wird das Drehrohr von außen mit Erdgas beheizt, im Inneren entstehen so Behandlungstemperaturen von bis zu 800°C. Das Drehrohr muss ständig mit Stickstoff durchströmt werden („Intertisierung“), um unerwünschten Verbrennungsvorgängen vorzubeugen. Wasser, Quecksilber und Kohlenwasserstoffe werden bei dem Prozess vollständig verdampft und anschließend getrennt kondensiert. Schließlich liegt das Quecksilber mit einem Reinheitsgrad von 99,99 Prozent vor.
Auch das gereinigte Glas aus dem Vibrobecken wird weiter behandelt. Über ein schwingendes Sieb können durch verschiedene Siebeinsätze so genanntes „Natron-Kalkglas“ und die enthaltenen Verunreinigungen voneinander getrennt werden.
Am Ende des gesamten Recycling-Vorgangs verbleiben folgende Fraktionen:
* 70-80 Prozent Glas, überwiegend Natron-Kalkglas. Es wird erneut in der Lampenproduktion eingesetzt.

* 2-4 Prozent Endkappen, überwiegend aus Aluminium. Es wird weiter vermarktet.

* 15-25 Prozent Bleiglassockel. Das Material liegt als Bruch und zusammen mit fein gemahlenem Naton-Kalkglas vor und wird als Baustoff eingesetzt.

* 2-3 Prozent Leuchtstoffpulver und Feinglas zur weiteren Entsorgung.

* weniger als ein Promille Quecksilber. Das Metall wird fast vollständig zurück gewonnen und für technische Anwendungen (z.B. auch in der Lampenherstellung) eingesetzt.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe / www.duh.de

Die Erde aus der Luft.