Energiesparlampen

Wertvoll für den Klimaschutz – zu wertvoll für den Müll

Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren, sind effiziente Dauerbrenner – sie schaffen viel Licht mit wenig Energie, sie sparen Strom und über die Lebensdauer gerechnet viel Geld.

Zwei Dekaden und einen Gedankenblitz im fernen Australien hat es gedauert, bis in Deutschland eine ernsthafte Diskussion über den flächendeckenden Umstieg auf die energiesparenden, sogenannten „Gasentladungslampen“ zündete.

Gegenüber einer klassischen Glühbirne weisen sie eine bis zu fünffach höhere Lichtausbeute auf, benötigen also bei vergleichbarer Helligkeit nur etwa 20 % des Stroms, den eine Glühbirne im Wortsinne verheizt. In der Traditions- Glühbirne werden nur fünf Prozent des eingesetzten Stroms in Licht umgewandelt, die restlichen 95 Prozent gehen als Wärme in die Umgebung.

Energieverschwender Glühbirne

Ein bis zwei Kohlekraftwerke weniger durch intelligente Beleuchtung

Energiesparlampen verbrauchen für die gleiche Helligkeit 80 % weniger Strom als die klassische Glühbirne. Ein enormes Einsparpotenzial. Eine Energiesparlampe mit 18 Watt Leistung leuchtet beispielsweise ebenso hell wie eine Glühbirne mit 75 Watt – und dient so neben­bei auch dem Klimaschutz. Wenn man sehr wohlwollend davon ausgeht, dass derzeit 25 Prozent der Beleuchtung in den deutschen Haushalten aus Energiesparlampen stammt, könnte die flächendeckende Umstellung etwa 8,5 Terawatt-Stunden Strom pro Jahr einsparen – die Leistung von ein bis zwei Kohlekraftwerken.

Zudem halten die effizienten Energiesparlampen im Durchschnitt mehr als fünfmal so lange wie die konventionelle Glühbirne. Im Mittel dauert es 6 Jahre bis das Licht der Energiesparlampe endgültig erloschen ist. Über die gesamte Lebensdauer sind sie also wesentlich günstiger.

Allein der Austausch einer einzigen Glühbirne durch eine Energiesparlampe spart über € 50,- (siehe unsere Beispielrechnung). Die Umstellung entlastet also Energieeinsatz, Klima und Portemonnaie, und spart dazu noch Müll ein.

Zwar bestehen noch immer Vorurteile gegenüber den Energiesparlampen. Doch einem Austausch der klassischen Glühbirne steht Dank der aktuellen Technik nichts im Wege.

Eines allerdings muss dringend beachtet werden:

Ausrangierte Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren gehören nicht in die graue Hausmülltonne, sondern müssen separat gesammelt und entsorgt werden!

Denn Gasentladungslampen enthalten 4 bis 8 Milligramm Quecksilber. Nur wenn sie getrennt von sonstigen Abfällen erfasst werden, kann das giftige Metall in geeigneten Recyclinganlagen kontrolliert entnommen und von den anderen Bestandteilen der Lampen (Glas, metallische Werkstoffe, etc.) getrennt verwertet werden.

Seit dem 24. März 2006 schreibt auch das „Elektro- und Elektronikgerätegesetz
(ElektroG)“ ausdrücklich vor, dass Gasentladungslampen nicht mehr über den Restmüll entsorgt werden dürfen. Tipps zur richtigen Entsorgung finden Sie hier.

Die Verwertung in Deutschland wird seit der Umsetzung des ElektroG bundesweit von der Münchner Firma Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH koordiniert. Bei (mittel-)großen Verbrauchern (ab 3.000 Altlampen/Jahr) werden Altlampendirekt abgeholt, darüber hinaus richtete Lightcycle zusätzlich zu den 1.100 kommunalen Sammelstellen weitere etwa 500 Abgabestellen im Bundesgebiet ein.
Dennoch werden derzeit noch viel zu wenige Lampen ordnungsgemäß entsorgt:

Insgesamt fielen in Deutschland im Jahr 2006 ca. 109,5 Millionen so genannte Gasentladungslampen zur Entsorgung an. Doch nur 39,7 Millionen der Altlampen (36 Prozent) wurden fachgerecht entsorgt. Zudem gab es große Unterschiede bezüglich der ordnungsgemäßen Rückgabe und Entsorgung im privaten und gewerblichen Bereich.

Über 70 Mio. falsch entsorgte Lampen (Lightcycle, unveröffentl. Marktstudie 2006)

Nach Schätzungen der Lampenhersteller werden somit 70 Millionen gebrauchte Gasentladungslampen immer noch mit dem Hausmüll entsorgt oder gehen andere unerwünschte Entsorgungswege. Diese Zahl summiert sich bezüglich des ökologisch prekären Quecksilbers auf eine Masse von schätzungsweise mehr als 300 kg, die jährlich unkontrolliert in die Umwelt gelangen.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe / www.duh.de

Die Erde aus der Luft.